Christiane Beckmann

deutsche Version nach dem ersten Foto

When she is at the office, you can feel her spirit everywhere, even if you cannot see her. Her friendly smile reflects from the ugly surrounding and is in the face of everybody, who works here. This is so important. The people, who come here for help, gave up smiling. They left everything behind: their belongings, the beloved ones and often their families. They walked thousands of miles, spent their last money for a risky boat across the Mediterranean Sea and line-up to get some necessary items for the daily life. Pampers, toothpaste, shompoo or clothing during the cold winter in Germany. When they just came here and are not registered yet, they completely depend on private help. Support from the government comes after registration, but this process can take forever.

People like Christiane Beckman and her staff are so important. When she saw the bad situation at the Lageso in summer 2015, where  more than one thousand fivehundred people stood in a line every day to wait with their kids and Family for a registration date, she knew, that she had to help. She gave up her current job to join as a volunteer  at  „Moabit helps“. This private organization was founded in 2013 by Diana Henninger, a good friend of hers. The aim was to collect private money and support the poor in the district. What was a very local organization at that time, turned into a central help forum for refugees, when almost a million of them arrived in summer 2015 in germany. Money, clothing, food and other goods came from the Berlin people to help. But the challenge was to distribute it in time to the people, who needed it. Christiane became the head of the office at the Lageso, employed many volunteers to help, Berliners and refugees, who functioned as translators. Meanwhile she has three fulltime paid workers, many social workers and still volunteers to support her in the never ending work.  Everyone of them works very independent and has the right tp make a final decision, when it is necessary. But Christiane has her eyes everywhere. She can identify a problem at once and is there, when her advice is necessary.

But luckily  this does not happen so often any more. Her staff is well trained and can solve most of the tasks without her support. That gives her time to overcome the burden of bureaucracy. Refugees can receive different kinds of support in daily life, such as money for a wheel-chair, language-courses, rent or deposit for an appartment and others. But of course there is a different form for each item, too difficult to fill-out by a foreigner. So Christiane takes care of that and many other duties. This ends  always in a ten to twelve hours working day.

There are the little success stories, which sweeten the daily routines: when she can find an appartment for a family, when somebody pass the german language exam or when somebody find a job after his status has been confirmed. Christiane is happy, that still people want to help personally. There is this older woman. She comes every day for a couple of hours. Her husband has a different oppinion about refugees, but she doesn´t care. Meanwhile he is  curious to see, what she is doing and visits her from time to time.

Christiane, I have seen, how important and responsible your job is. I admire, how you manage to help people with a difficult agenda. And most of all I like your spirit, your unbreakable humor and your consistent fight for the constitutional right of people, who need our help. Thank you.

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Man merkt es sofort, wenn sie anwesend ist. Auch, wenn man sie gar nicht sieht. Ihre unentwegte Fröhlichkeit strahlt von überall zurück. Von der tristen Umgebung, von den Mitarbeitern, die hier ihrer schweren Arbeit nachgehen, wirklich von überall. Das ist so wichtig. Denn die Menschen, die hierher kommen, haben das Lachen verlernt. Sie haben alles hinter sich gelassen, ihre Familien, ihr Hab und Gut, ihren Glauben an das Gute im  Menschen. Sie haben einen langen, beschwerlichen Weg hinter sich und müssen nun für das Notwendigste anstehen, um zu überleben. Sachen zum Anziehen, Windeln für die Kleinen, Shampoo oder Zahnpasta. Wenn man gerade erst angekommen ist nach einer langen Flucht, ist man auf die Hilfe anderer angewiesen. Finanzielle Unterstützung gibt es erst, wenn man registriert ist. Das kann in Berlin immer noch lange dauern.

Da sind Menschen wie Christiane Beckmann so wichtig. Sie hat das Elend der Flüchtenden im Sommer 2015 miterlebt, als über tausendfünfhundert Menschen und mehr in langen Schlangen bei über vierzig Grad im Schatten auf dem Gelände der Lageso anstanden, um einen Termin für die Registrierung zu erhalten. Spontan hat sie ihre bisherige Arbeit aufgegeben, um ihre Bekannte Diana Henninger zu unterstützen, die im Jahre 2013 „Moabit hilft“ gründete, um Bedürftige im Stadtteil zu unterstützen. Mit der ungeheuren Zahl der Flüchtlinge, die im Sommer 2015 aus den Kriegsgebieten flüchten, hat sich die Situation drastisch verändert. Es muss nach neuen Spendern gesucht werden, schnelle Hilfe ist nötig. Die Spenden, ob Kleider, Nahrungsmittel oder Dinge des täglichen Bedarfs, kommen überreichlich. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist enorm. Jetzt gilt es, die Organisation der Verteilung in den Griff zu bekommen. Da kann Christiane mit ihrem Talent helfen. Sie findet Helfer unter den Flüchtenden, die deren Sprache verstehen und Freiwillige in Berlin. Inzwischen besteht das Team aus vier fest angestellten Mitarbeitern und acht freiwillig Dienstleistenden, sowie vielen Helfern der Geflüchteten selbst. So gelingt es einigermaßen, die Spenden auch an die Bedürftigen zu verteilen. Aber der Strom der Menschen reißt nicht ab, die Schlangen der Antragsteller wird immer länger. Dem heißen Sommer folgt ein eiskalter Winter. Immer noch müssen die Menschen Tage draußen verbringen und warten, bis sie einen Termin erhalten.

Da braucht es eine optimistische Grundhaltung, eine pragmatische Vorgehensweise und ein Gespür dafür, was im Moment am wichtigsten ist. Immer noch ist das Hilfsangebot groß. Unter den ehrenamtlichen Helfern ist auch eine ältere Frau, die jeden Tag für ein paar Stunden kommt. Ihr Mann hat es nicht so mit den Flüchtlingen, aber das hält sie nicht von ihrer Arbeit ab. Sie tut, was sie tun muss. Inzwischen schaut auch ihr Mann ab und zu vorbei, um zu sehen, was seine Frau dort so macht.

Christiane kann sich auf ihre Helfer verlassen. Jedem gibt sie die Verantwortung, die er oder sie für die Arbeit braucht. Aber aus ihrem offenen Büro hat sie auch jederzeit den Überblick und kann eingreifen, wenn etwas aus dem Ruder läuft.  Jetzt, wo nur noch etwa zwanzig neue Asylbewerber am Tag nach Berlin kommen, läuft aber vieles planmäßig. Das ist auch gut so, denn inzwischen ist Christianes Hauptbeschäftigung der Kampf gegen die Bürokratie. Das sind vor allen Dingen die vielen Antragsformulare, die die Bedürftigen meistens nicht selbst ausfüllen können, weil sie so kompliziert sind. Natürlich gibt es für jeden Fall ein anderes Formular, also für Kinderwagen, Mietzuschüsse, Mietkautionen, Rollstühle, Arztbesuche, Sprachkurse und vieles mehr. Inzwischen wird auch viel Zeit benötigt, um gegen vermutlich unrechtmäßige Asylablehnungen zu klagen oder sich um Härtefälle zu kümmern. Noch immer besteht ein Arbeitstag aus zehn bis zwölf Stunden.

Da sind die kleinen Erfolge die immer wiederkehrenden Höhepunkte der täglichen Arbeit. Mal findet man eine Wohnung für eine Familie, die schon so lange in der Gemeinschaftsunterkunft lebt. Dann schafft jemand seine Prüfung beim Sprachkurs, der solange dafür gebüffelt hat. Aber immer wieder gibt es auch Momente, die schwer zu verkraften sind. Da war der junge Syrer, der erfahren muss, dass sein Bruder in der Heimat umgebracht wurde und daraufhin einen Nervenzusammenbruch erlitt.

Jeder Tag ist anders, aber es gibt auch feste Rituale. Mittags trifft man sich zum gemeinsamen Essen. Männer und Frauen kochen abwechselnd. Das Budget dafür ist knapp, aber es gibt immer ein schmackhaftes Gericht, meistens landestypisch.

Es sind zwar überwiegend Flüchtende, die der eingetragene Verein „Moabit hilft“ betreut, aber generell kümmert er sich um alle, die im Stadtteil in Not geraten sind. Das wird ausschließlich durch Spenden finanziert und durch Mitmenschen wie Christiane Beckmann mit großem Engagement umgesetzt. Danke Christiane, dass ich Dich und Dein Engagement kennen lernen durfte.

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Deutschunterricht am Schwarzen Brett bei „Moabit hilft“

 

 

 

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