
Buckow gehört zum Bezirk Neukoelln, hat etwa 40000 Bewohner und liegt auf einer Fläche von etwa 6 Quadratkilometern und 153 Straßen. Mittenrein hat sich im Jahre 2002 der neue Stadtteil Gropiusstadt gedrängelt und teilt damit den Ort in zwei Teile. Jetzt gibt es mit Buckow 1 den eigentlichen alten Ortskern mit Kirche und wenigen übriggebliebenen Häusern aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert. Und ein separiertes Neubaugebiet mit unzähligen Häusern. Im alten Ortskern findet sich natürlich die Straße Alt-Buckow. Mittendrin steht die Kirche. Die sieht so aus, wie eigentlich alle Kirchen, die an einer Straße stehen, die mit „Alt-“ beginnt. Davon gibt es geschätzt mehr als zwanzig in Berlin.
Wenn ich zum Ortsteil Rudow gesagt habe, dass er langweilig sei, so ist Buckow die Steigerung davon. Gottseidank gibt es das Heimatmuseum, das wohl von ein paar Ehrenmitgliedern betrieben wird. Die haben aber offensichtlich nicht viel Zeit, denn das Haus ist sehr selten geöffnet. Nach den Ankündigungen an der Tür etwa einmal im Monat und dann auch nur für drei Stunden. Dennoch erfährt der interessierte Besucher das Wesentliche auf einigen Tafeln vor dem Haus, und für Buckow-Begeisterte gibt es jährlich einen Kalender mit historischen Fotografien.
Aus den Tafeln habe ich die folgenden wesentlichen Ereignisse in Buckow gefunden. So wurde die Dorfkirche etwa im Jahre 1250 gebaut. Bis 1550 wuchs die Gemeinde bereits auf 135 Einwohner an. Darunter befanden sich 13 Bauern, fünf Hüfner, ein Müller, ein Hirte und ein Laufschmied. Dazu kamen noch fünf Kossäten, also Bauern ohne eigenes Land. Buckow wurde während des dreißigjährigen Krieges hart getroffen. Am Ende überlebten lediglich sechs Hüfner. Kurz danach wurden die Reste des Dorfes durch einen Brand völlig zerstört.
Hundert Jahre später, also im Jahre 1770, wurde die erste Schule errichtet. Nach noch einmal 70 Jahre später verzeichnete Buckow die stolze Zahl von 255 Einwohnern. Jetzt wird die erste befestigte Straße gebaut, die in die Lausitz führt. Ab 1880 konnten die Buckower bei ihrer eigenen Postagentur Briefe versenden und empfangen.
Schon im Jahre 1893 erhält der Gastwirt Löper den ersten Telefonanschluss im Ort. Wenn die Männer jetzt in die Kneipe gingen, konnten sie sagen, dass sie mal kurz telefonieren mussten. Die Buckower hatten Glück, dass sie im Westen der Stadt lebten. Mitbürger in den östlichen Stadtteilen warteten noch im Jahre 1990 vergeblich auf ihren eigenen Telefonanschluss.
Jetzt ging es mit dem Aufschwung erst richtig los. Nicht nur war die Kommunikation sichergestellt und die Infrastruktur für den Straßenverkehr hergestellt. Mit dem Anschluss an den Teltowkanal und das Eisenbahnnetz, dem Bau eines Krankenhauses und einem ortsansässigen Doktor gab es die Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Aufschwung. Kurz darauf erfolgte die Eingemeindung nach Groß-Berlin. Buckow wuchs auf die heutige Anzahl von rund 40.000 Einwohnern.
Was danach passierte, war den drei Tafeln nicht zu entnehmen. Aber so, wie es heute aussieht, war danach in Buckow auch nicht mehr viel los.
