The short life of / Das kurze Leben des José Rizal

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deutscher Text unten

Not many of us have  a fullfilled life as José Rizal had. And such a short one, either. And not many can decide to die as a hero or live with a shame.  Let´s tell the story from the beginning.

José Protasio Rizal Mercado y Alonso Reaonda was born in 1861 in Calamba City on the Luzon island of the Philippines. He was the seventh child out of eleven. His father was of chinese origin, his mother was Philippine.  Both came from rich families and Jose was educated in the best private schools, before he was sent to a  Jesuit school to learn modern languages, physics and chemistry. At his time one of his brothers started to fight against the Spanish colononial government, but was clever enough to hide, when they were looking after him. As the police could not find the brother, they put his mother into prison for more than two years in order to calm him down.

In 1877 Rizal started to study philosophy and literature at the university of Santo Tomásin, Manila. When he heard, that his mother got blind, he added the medicine disciplin to his studies. In 1882 he went to Madrid and promoted with summa cum laude as a doctor of philosophy. At the same time he learned different old languages, Hebrew and others. At he end of his life he was able to speak about twenty-two languages fluently, amongst them Chinese, Arabic, Russian and German. In 1884 Rizal became a freemason and started to write his well-known novel „Noli me tangere“ (Do not touch me).

Trips to Paris and Heidelberg followeed, where he finalized his studies of ophtalmology in order to help his mother. He also found the time to finish his novel, translated Schiller´s „Wilhelm Tell“  and „The Robbers“ into Tagalog, the philippine language. Finally he went to London and Berlin, where he could find a printer and publisher for his novel. The edition was 2000 books. He described the abuse of the Catholic church on the Philippines, the sexual abuse of monks and the inhuman behaviour of the Spanish soldiers. The Spanish government and the church put the book on the index, but many copies found their secret way to the Philippines.

After staying nearly one year in Berlin, Rizal decided to go back to his home country, but very soon the Dominican priests forced him to leave again.  Rizal escaped to Hongkong, Japan, the United States back to Europe, where he published his second novel „El Filibusterismo“, (the Turmoil), before he went back to the US. There he got the message, that his parents had been deported and their properties and valubles had been confiscated by the spanish government. Rizal had to go back to his homeland with no money and arrived in July 26th again in Manila. It took only a few month, before he was banned to the island of Mindanao and practised as a doctor over there.  Only a lottery win helped him to buy a ground, start farming and  and buildt a house to educate the children on the poor island.

In 1986 Rizal looked for an opportunity to escape from Mindanao. The Spanish government needed volonteers to accompny the soldiers, who had to fight against the Cuban Independance War. But just, when he arrived in Barcelona, the Phillpines started the Revolution against the Spanish government. Rizal, who always supported the independence of the Philippines, was brought back to Manila for a military tribunal. On a stop in Singapore Rizal was given an opportunity to escape, but he denied. In Manila within a short court case Rizal was sentenced to death and shot on December 1896. Dr. Jose Rizal became a national hero of the Philippines. When you walk through Berlin, you can find a memory plate at the house Jägerstraße 91, where he lived.

(partly translated from Ursula Jasef „Dr. Jose Rizál“ (jasef@dns2world.asia)

One of the two-thousand copies of Rizal´s  original book with a personal signature can be found at Landes- und Zentralbibliothek, Berlin

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Nicht vielen von uns ist ein so aufregendes, wenn auch kurzes Leben beschert. Nur Wenige können das Ende ihres Lebens selbst bestimmen. Hier ist die Geschichte des Dr. José Rizal, dem das widerfahren ist. Aber was alles hat das mit Berlin zu tun?

Stutzig wurde ich, wie so oft, als ich in Berlin in der Jägerstraße 91  ein Schild fand. Darauf stand, dass hier im Jahre 1887 der Nationalheld der Philippinen gewohnt hat. Wie kommt jemand von den Philippinen im Jahre 1887 nach Berlin und was hat ihn zum Nationalhelden gemacht? Das hörte sich mal wieder wie eine neue Geschichte an. Also machte ich mich auf die Spurensuche. Geholfen hat mir, wie so oft, die Berlin-Abteilung der Landes- und Zentralbibliothek, die auch ein Original-Exemplar seiner ersten und vielleicht sogar einzigen Auflage des Romans „Noli me tangere“ (Berühre mich nicht) besitzt. Razal hat zwar wirklich in der Jägerstraße gelebt, sich aber offensichtlich nicht angemeldet, denn das offizielle Adressverzeichnis der Stadt Berlin gibt hierzu keine Auskunft. Aber das ist auch gar nicht nötig, denn er war Mitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, befreundet mit Karl Virchow, dem bekannten Arzt an der Charité, und vielen anderen berühmten Persönlichkeiten dieser Zeit- und das im Alter von 26 Jahren.

José Rizal wurde 1861 als José Protasio Rizal Mercado y Alonso Reolanda in Calamba City auf Luzon (Philippinen) geboren. Sein Vater war Chinese, seine Mutter Philippinin. Beide stammten aus wohlhabenden Familien. José war das siebte von insgesamt elf Kindern. Besonders seiner Mutter lag die gute Ausbildung ihrer Kinder sehr am Herzen, und so nahm sie die Erziehung erst selbst in die Hand, bevor José von Privatlehrern unterrichtet wurde. Im Alter von elf Jahren wurde er auf eine Jesuitenschule in Manila geschickt, die wegen ihrer modernen Lehrmethoden berühmt war. Dort standen bereits naturwissenschaftliche Fächer, wie Chemie und Physik, auf dem Lehrplan. Das war damals noch Teufels Werk.

Seine Mutter wurde zu diesem Zeitpunkt verhaftet, weil einer seiner Brüder als Rebell gegen die spanischen Kolonialmächte auftrat. Da man seiner nicht habhaft werden konnte, steckte man die Mutter für über zwei Jahre ins Gefängnis.

Mit 18 Jahren besucht Rizal die Universität von Santo Tomás in Manila und belegt neben seinen Wunschfächern Philosophie und Literaturwissenschaft auch noch Medizin, als er erfährt, dass seine Mutter das Augenlicht verloren hatte. Nicht lange hält es den jungen Studenten in seiner Heimat. Seine Eltern finanzieren ihm die Weiterbildung im Ausland. Im Jahre 1882 begibt sich Rizal auf eine Reise nach Europa. Im Juni promoviert er in Madrid zum Doktor der Philosophie summa cum laude.

Rizal bemerkt seine Vorliebe für andere Sprachen. Also muss er weiter. Seine nächsten Stationen sind Paris und Heidelberg, wo er seine Studien zur Augenheilkunde abschließt. Während seines kurzen Lebens hat sich Rizal insgesamt zweiundzwanzig Sprachen angeeignet, die er zum großen Teil fließend sprach. Darunter Russisch, Französisch, Arabisch, Chinesisch, aber besonders gut Deutsch. Seine Kenntnisse des Deutschen waren so gut, dass er zwei Werke von Schiller, den Wilhelm Tell und Die Räuber in Tagalog übersetzte, die die Sprache seines Landes. Rizal hat aber auch Gedichte in der deutschen Sprache verfasst.

Seit seiner Ankunft in Frankreich wird er sowohl von der Katholischen Kirche als auch vom spanischen Staat kritisch beobachtet. Paris war das Mekka der europäischen Aufklärer. Dort versammelten sich die Kritiker der Kirche. Das führte dazu, dass die Kirche Rizals Schriften auf den Index setzte. Dabei war zu dieser Zeit sein bedeutendstes Werk „Noli me tangere“ (Berühre mich nicht)  noch gar nicht erschienen. Rizal beschreibt darin die unsäglichen Grausamkeiten der spanischen Besatzungsmacht auf den Philippinen. Und die Machtgier der katholischen Kirche, die unsäglichen Exzesse, Vergewaltigungen und den sexuellen Missbrauch ihrer Priester. Niemand in Spanien traute sich, ein solches Buch auf den Markt zu bringen. Daher machte sich Rizal auf den Weg nach Deutschland, um hier sein Buch zu beenden und einen Drucker und Verleger zu finden. Schließlich wird sein Werk in einer Auflage von zweitausend gedruckt und postwendet von der spanischen Regierung verboten. Aber dem Werk eilt sein Ruf voraus, und so wird es unter der Hand in Windeseile auf den Philippinen verbreitet.

Bereits 1884 wurde José Rizal in den Freimaurerbund in die Acacia-Loge Nr. 9 in Madrid aufgenommen. Die Grundsätze der Freimaurer: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität werden ihn sein ganzes Leben begleiten. Aber das währt nicht mehr lange. Wieder zurück in Manila gründet er später die erste Loge „Filipina“, die großen Einfluss auf die philippinische Reformbewegung nahm.

Bevor Rizal auf die Philippinen zurückkehrt, unternimmt er noch ausgedehnte Reisen, die ihn unter anderen nach Belgien, Frankreich, Österreich-Ungarn, die USA und Hongkong führten.  Die Rückkehr ist ein gefährliches Unterfangen. Seine aufrührerischen Schriften sind bekannt. Die Dominikaner zwingen ihn, noch im selben Jahr das Land wieder zu verlassen. Dieses Mal reist er, immer noch finanziert von seinen wohlhabenden Eltern, über Hongkong, Japan, den Südpazifik in die USA, um von dort wieder nach Europa zu gelangen. Dort schreibt er seinen zweiten Roman „El Filibusterismo“ (Der Aufruhr).

Inzwischen hatte die Führung der Kolonialmacht auf den Philippinen gewechselt. Diese wollte der aufkeimenden Revolution eine starke Hand entgegensetzen und entmachtete und enteignete die reichsten Familien im Inselstaat. Darunter war auch die Familie Rizal, die nun kein Geld mehr an ihren Sohn überweisen konnten. Rizal sah sich  gezwungen, bereits halb verhungert, erneut den Rückweg in die Heimat anzutreten. Zu dieser Zeit lebt Rizal in den USA und macht sich umgehend auf die Schiffsreise nach Manila, obwohl Freunde und Verwandte ihm dringend davon abraten.

Rizal ist erst kurz in seiner Heimat zurück, als er festgenommen und zur Verbannung auf die Insel Mindanao verurteilt wird. Der Grund sind angebliche subversive Schriften, die man bei seiner Heimkehr gefunden haben will. Er hat Glück im Unglück und gewinnt in einer Lotterie eine erhebliche Summe. Davon kauft er sich ein Grundstück und baut darauf eine Schule, in der er einheimisch Kinder unterrichtet. Josephine Bracken, eine irische Waise hilft ihm bei der täglichen Arbeit.

Rizal fühlt sich in seinem neuen Leben nicht wohl. So ergreift er 1896 die erste Chance, die sich ihm bietet und bewirbt sich in der spanischen Armee als Arzt. Die sucht dringend Freiwillige für ihren Feldzug gegen kubanische Aufständische. Rizal macht sich auf den Weg nach Barcelona und wird, kaum dort angekommen, wieder verhaftet. Genau zu diesem Zeitpunkt bricht die bewaffnete „Philippinische Revolution“ aus. Rizal wird als deren Vordenker und Ideengeber angesehen und mit dem nächsten Schiff nach Manila zurück geschickt, um dort wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung angeklagt zu werden. Das Schiff macht einen Zwischenstopp in Singapur. Dort will man gnädig zu ihm sein und eröffnet ihm die Möglichkeit zur Flucht. Rizal ist überzeugt davon, dass seine Ideen richtig sind, und lehnt ab.

Kurz nach seiner Überstellung wird Rizal der Prozess gemacht. Er wird zum Tode verurteilt. Am Tag seiner Hinrichtung ehelicht er Josephine Bracken. Danach geht alles ganz schnell. Am 30. Oktober wird Dr. José Rizal um sieben Uhr in Manila erschossen.

Das Leben eines bedeutenden Philosophen, Schriftstellers, Sprachwissenschaftlers, Bildhauers, Augenarztes und Vorreiters für den Freiheitskampf seines Volkes geht nach fünfunddreißig Jahren zu Ende. In seinem Land wird er über alle Maßen geehrt. Auf der übrigen Welt ist er mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. An sein Gedenken hier die erste Strophe des Gedichtes, das er im Gefängnis schrieb und am Tage der Hinrichtung heimlich seiner Schwester gab:

Lebewohl, geliebtes Vaterland,

du Kind der Sonne, Perle des östlichen Meeres, verlorenes Paradies.

Mit Freuden schenke ich dir mein trauriges betrübtes Leben.

Und wenn es auch strahlender, frischer und blühender wäre,

um dir zu dienen, hätte ich es gegeben…..

(Als Vorlage diente mir der Artikel „Dr. José Rizal“ von Ursula Jasef (jasef@dns2world.asia

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Die Originalausgabe des Buches „Noli me tangere“

 

 

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